TITELFÜHRUNGSBEFUGNIS

Die Befugnis zur Führung von Titeln und akademischen Graden, die im Ausland erworben wurden

Doktortitel und Professorentitel aus dem Ausland können unter gewissen Voraussetzungen auch in Deutschland geführt werden. Das gleiche gilt für einen Ehrendoktor, Ehrenprofessor oder andere akademische Grade und Titel, die außerhalb von Deutschland erworben wurden. Dies bedeutet allerdings nicht, dass jeder Titel in Deutschland auch direkt als „Professor“ oder „Doktor“ geführt oder mit „Prof.“ oder „Dr.“ abgekürzt werden darf.

 

Führungsbefugnis

Die Frage, ob ein Titel geführt werden darf oder nicht, ist anhand des Strafgesetzbuches zu beantworten. Dort heißt es: „Wer unbefugt inländische oder ausländische Amts- oder Dienstbezeichnungen, akademische Grade, Titel oder öffentliche Würden führt, […] wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.“ (§ 132a StGB). Beachten Sie hierbei: Einen Titel „führt“ man relativ schnell: Es genügt eine Internetpräsenz, auf welcher Sie mit Titel dargestellt werden, ebenso ein Eintrag im Telefonbuch oder im Personalausweis. Vor diesem Hintergrund stellt sich also die Frage, wann man welchen Titel zu führen befugt ist.

 

Einheitliche Regelungen der Länder

Zur Führungsbefugnis haben sich die einzelnen Bundesländer auf einheitliche Regelungen verständigt. Auch wenn für jedes Land ein eigener Paragraph oder eigener Absatz im Hochschulgesetz vorgesehen ist, sind die Vorschriften inhaltlich gleich gestaltet: Ein ausländischer Hochschulgrad oder Titel darf in der verliehenen Form unter Angabe der verleihenden Institution geführt werden, wenn er aufgrund einer Prüfung im Anschluss an ein tatsächlich absolviertes Studium verliehen wurde. Zudem muss die verleihende Hochschule oder Institution nach dem Recht ihres Herkunftslandes auch zur Verleihung dieses akademischen Grades oder Titels berechtigt sein. Wenn es darüber hinaus in dem Herkunftsland eine amtlich zugelassene oder allgemein übliche Abkürzung für diesen Titel gibt, kann diese ebenfalls geführt werden. Gleiches gilt für Ehrengrade aus dem Ausland.

 

„In der verliehenen Form“

Problematisch ist hierbei, dass von der Führungsbefugnis tatsächlich nur exaktdie verliehene Form des Titels umfasst ist. Der Titel kann also wörtlich nur so geführt werden, wie er auf der Verleihungsurkunde vermerkt ist. Falls notwendig darf darüber hinaus eine Transliteration in lateinische Buchstaben stattfinden – eine Übersetzung des Titels ist jedoch nur in Klammern hinter der verliehenen Form gestattet.

 

Begünstigungen in der EU

Wenn der akademische Grad oder Hochschultitel indes von einer Hochschule innerhalb der Europäischen Union stammt, gibt es gewisse Erleichterungen hinsichtlich der Führungsbefugnis: Zunächst kann der Titel ohne Angabe der verleihenden Hochschule geführt werden. Der Name einer fremden Institution hinter dem Nachnamen bleibt Ihnen damit erspart. Zudem können Inhaber von Doktorgraden aus der EU die Abkürzung „Dr.“ ohne jeglichen Zusatz tragen – dies gilt allerdings nicht für die so genannten „Berufsdoktorate“ und „kleinen Doktorgrade“, die ohne Promotionsverfahren und Promotionsstudium vergeben wurden.

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