STUDIENGANGWECHSEL

Studiengangwechsel nach endgültigem Nichtbestehen – welche Möglichkeiten bleiben nach dem Verlust des Prüfungsanspruchs in einem bestimmten Studiengang

Wenn eine Prüfung oder ein Studiengang endgültig nicht bestanden wurden, wird man zwangsweise exmatrikuliert. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom Verlust des Prüfungsanspruchs. Hiergegen kann man sich mit einer Prüfungsanfechtung wehren. Sollte es hierfür allerdings zu spät sein (weil z.B. Fristen abgelaufen sind), stellt sich die Frage: Was kann ich weiterstudieren? Für diese Frage haben die einzelnen Bundesländer unterschiedliche Regelungen getroffen. Eines bereits vorweg: Der gleiche Studiengang lässt sich nirgendwo in Deutschland weiterführen, sollte man in diesem Studiengang bereits endgültig nicht bestanden haben. Dieser Umstand stellt ein Immatrikulationshindernis in allen Bundesländern dar.

 

Modell 1: Alles andere ist erlaubt

In einem Großteil der Bundesländer (z.B. in Niedersachsen und in Rheinland-Pfalz) darf man allerdings außer in dem gleichen Studiengang in jedem anderen Studiengang weiterstudieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob der neue Studiengang dem alten sehr ähnlich ist oder nicht. So ist zum Beispiel in diesen Bundesländern ein Wechsel vom Studiengang „Betriebswirtschaftslehre (BWL)“ in den Studiengang „Business Administration“ ohne weiteres möglich.

 

Modell 2: Auch vergleichbare Studiengänge sind gesperrt

Einige wenige Bundesländer sind hingegen sehr streng: In Bremen und Mecklenburg-Vorpommern darf man sich nicht nur in den Studiengang nicht mehr einschreiben, den man endgültig nicht bestanden hat, sondern auch eine Einschreibung in vergleichbareStudiengänge ist ausgeschlossen. In diesem Rahmen stellt sich immer wieder die Frage: Wann sind zwei Studiengänge „vergleichbar“. Die Frage ist momentan noch nicht abschließend geklärt. Es geistern Formulierungen wie „ab 60% gleichen Inhalts“ durch die Prüfungsämter betroffener Hochschulen, doch rechtlich fixiert ist diese Zahl nicht. Sprechen Sie uns gerne an, wenn Ihr weiteres Studium an einer derartigen Regelung zu scheitern droht.

 

Modell 3: Die Hochschule entscheidet

Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg haben in ihren Hochschulgesetzen jeweils eine Mischung aus Modell 1 und Modell 2 festgeschrieben: Die Hochschulendürfen entscheiden, ob sie jemandem die Einschreibung verweigern, der in einem ähnlichen Studiengang nicht bestanden hat. Hier kommt es tatsächlich auf die Regelung der einzelnen Universität oder Fachhochschule an.

 

Modell 4: Es kommt auf das Modul an

Den wohl stringentesten Weg haben nur einige Bundesländer gewählt. Beispielsweise in Bayern und in Hamburg sind neben dem „alten“ Studiengang auch all diejenigen Studiengänge gesperrt, die das Modul oder die Prüfung enthalten, aufgrund derer man das bisherige Studium endgültig nicht bestanden hat. Man muss betonen: Nur in den Bundesländern, die eine derartige Regelung im Hochschulgesetz haben (nach aktuellem Stand: Bayern, Brandenburg, Hamburg, Sachsen und Thüringen) kommt es auf die konkrete Prüfung, auf das konkrete Modul an. Wenn eine Hochschule in einem anderen Bundesland dies zum Ausschlusskriterium für Ihr Wunschstudium machen sollte, nehmen Sie Kontakt mit uns auf: Wir verhelfen Ihnen zum gewünschten Studienplatz!