RATGEBER BILDUNGSRECHT

Ratgeber Bildungsrecht

Prüfungsrecht

Ich habe eine Prüfung nicht bestanden. Wie kann ich mich hiergegen rechtlich wehren?

Auch Prüfungen, die während eines Studiums, einer Ausbildung oder während der Schulzeit absolviert werden müssen, unterliegen rechtlicher Kontrolle. Wenn eine Prüfung nicht bestanden wurde, kann man gegen das Ergebnis Widerspruch einlegen oder Klage erheben. Man spricht insofern von einer Prüfungsanfechtung. Ziel dieses Verfahrens ist in den meisten Fällen ein weiterer Prüfungsversuch. In Einzelfällen kann auch eine bessere Bewertung der angegriffenen Prüfung erreicht werden. Hierbei kommt es entscheidend darauf an, ob die Bewertung durch die Prüfer (möglich: Bewertungsfehler) oder der formale Ablauf des Prüfungsverfahrens (möglich: Verfahrensfehler) angegriffen werden. Mehr hierzu.

Was muss ich beachten, wenn ich wegen Krankheit an einer Prüfung nicht teilnehmen möchte?

Wer aus Krankheitsgründen an einer Prüfung nicht teilnehmen kann, muss dies unbedingt im Vorfeld der Prüfung mitteilen. Genauso wichtig ist es, dass ein aussagekräftiges ärztliches Attest noch vor der Prüfung eingereicht wird. Wichtig: Eine einfache „Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung“ (AU) reicht hier nicht! Mehr hierzu.

Was kann ich tun, wenn mir ein Täuschungsversuch vorgeworfen

Wer beispielsweise bei einer Klausur einen Spickzettel benutzt oder bei anderen Prüfungen täuscht, muss mit Sanktionen rechnen. Wenn aber der Täuschungsvorwurf  unzutreffend ist, lohnt es sich, hiergegen rechtlich vorzugehen. Hierbei ist zu beachten: Der Täuschungsversuch muss von der Prüfungsbehörde (also der Hochschule, Ausbildungsstätte oder Schule) nachgewiesen werden. Wenn dies nicht  gelingt, darf die Prüfung nicht als Täuschungsversuch gewertet werden Aber auch wenn Ihnen zu Recht ein Täuschungsversuch unterstellt wird, fällt die Reaktion der Prüfungsbehörde oft unverhältnismäßig aus. Eine besonders schwere Täuschung, die regelmäßig das endgültige Nichtbestehen und somit das Ende der Ausbildung bedeutet, darf nur in Ausnahmefällen angenommen werden – so z.B. bei einem so   genannten „Vollplagiat“ im Rahmen einer Bachelor-Arbeit. Gegen derartige Entscheidungen lohnt es sich, rechtliche Schritte einzuleiten, in der Regel ein verwaltungsgerichtliches Klageverfahren. Mehr hierzu.

Ich möchte nicht von einem bestimmten Prüfer geprüft werden – geht das?

Im Regelfall kann sich ein Prüfling nicht aussuchen, von wem er geprüft wird. Wenn jedoch begründete Vorbehalte gegen einen bestimmten Prüfer bestehen, kann man diesen wegen der „Besorgnis der Befangenheit“ ablehnen. Hierfür muss man nachweisen können, dass der Prüfer voreingenommen ist und man von ihm kein faires Prüfungsverfahren und somit auch keine faire Bewertung mehr erwarten kann. Dieser Nachweis ist regelmäßig schwierig. Sprechen Sie uns hierzu gern an, wir helfen Ihnen, Fehler hierbei zu vermeiden. Mehr hierzu.

Was muss ich machen, wenn während einer Prüfung etwas schief läuft oder Störungen vorkommen?

Grundsätzlich ist es Aufgabe der Prüfungsbehörde, für einen formal korrekten und reibungslosen Prüfungsablauf zu sorgen. Wenn man als Prüfling jedoch Störungen oder Unregelmäßigkeiten bemerkt, muss man diese anzeigen. Geschieht dies nicht, kann man sich im Nachhinein nicht auf diese Verfahrensfehler berufen, wenn man ihretwegen ein schlechtes Prüfungsergebnis erzielt hat. Man spricht insofern von der „Rügepflicht des Prüflings“. Wichtig ist: Wenn man einen Verfahrensfehler gerügt hat und die Störung trotzdem nicht ausgeglichen oder beseitigt wird, muss man einen rechtlichen Vorbehalt erklären: „Ich nehme an der Prüfung nur unter dem Vorbehalt teil, diese später rechtlich überprüfen zu lassen.“ Mehr hierzu.

Wie bekomme ich einen Nachteilsausgleich?

Wer aufgrund einer körperlichen Beeinträchtigung seine wahre Leistungsfähigkeit nicht abrufen kann, hat einen Anspruch auf Nachteilsausgleich. Dies geschieht jedoch nicht automatisch, ein Nachteilsausgleich muss beantragt werden. Hierbei ist ein ärztlicher Nachweis einzureichen, der die Art der gesundheitlichen Beeinträchtigung und die Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit beschreibt. Als Ausgleich kommen insbesondere eine Schreibzeitverlängerung oder technische Hilfsmittel (z.B. für Menschen mit Sehbehinderung) in Betracht. Ein Prüfungsformwechsel ist allerdings regelmäßig nicht möglich, weil dies eine Überkompensation und somit einen Verstoß gegen den Grundsatz der Chancengleichheit aus Art. 3 Abs. 1 GG darstellen würde. Mehr hierzu.

Studienplatzklage

Was ist eine Studienplatzklage überhaupt?

Eine Studienplatzklage ist ein gerichtliches Verfahren, mit dem sich zusätzliche, verborgene Studienplätze an Universitäten und Hochschulen aufdecken lassen. Wenn also die Bewerbung für einen konkreten Studienplatz abgelehnt wird, kann man sich einen Platz im Wunschstudium einklagen. Man klagt hierbei allerdings nicht gegen den Ablehnungsbescheid, sondern vielmehr auf Erteilung zusätzlicher Plätze. Das Gute hierbei ist: Erstens nimmt man durch die Studienplatzklage niemandem einen Platz weg und zweitens erhält die durch das Gericht aufgedeckten Studienplätze nur derjenige, der klagt – nicht etwa der Nächste auf der Warteliste! Wichtig ist allerdings, dass man die Studienplatzklage rechtzeitig einleitet und die Fristen beachtet. Mehr hierzu.

Wie läuft eine Studienplatzklage ab?

Eine Studienplatzklage unterteilt sich in drei Schritte: Der erste Schritt ist die reguläre Bewerbung um den gewünschten Studienplatz. Dieser Schritt ist nicht in allen Bundesländern erforderlich, aber in jedem Fall empfehlenswert. Als zweiten Schritt muss man einen zusätzlichen Antrag an der Hochschule stellen: Einen Antrag auf Zuteilung eines zusätzlichen, außerhalb der errechneten Kapazität befindlichen Studienplatzes, einen „Außerkapazitären Antrag“, kurz „AKA“. Das übernehmen in der Regel bereits wir für Sie. Für den dritten Schritt, das Gerichtsverfahren, stellen wir einen Eilantrag beim jeweils zuständigen Verwaltungsgericht für Sie. Ziel dieses Eilantrags ist, dass der Studienplatzkläger einen zusätzlichen, außerkapazitären Studienplatz erhält. Dieser vorläufige Studienplatz wird in den allermeisten Fällen dann in einen endgültigen Studienplatz umgewandelt. In seltenen Fällen ist ein vierter Schritt erforderlich: Wenn die Hochschule auf unseren AKA mit einem förmlichen Ablehnungsbescheid reagiert, muss hiergegen Klage erhoben werden. In diesen Fällen laufen dann tatsächlich zwei parallele Gerichtsverfahren gegen die gleiche Hochschule – entscheidend bleibt aber der Eilantrag. Mehr hierzu.

Wie hoch sind die Erfolgschancen einer Studienplatzklage?

Das Wichtigste gleich vorweg: Die konkreten Erfolgsaussichten einer Studienplatzklage können wir nicht vorhersagen. Schon allein deswegen, weil die – für die Studienplatzklage maßgeblich entscheidenden – Kapazitätsberechnungen von jeder Hochschule für jeden Studiengang jedes Jahr neu erstellt werden und auch wir Anwälte diese Berechnungen erst während der laufenden Gerichtsverfahren erhalten. Ein klein wenig „schießt“ man also immer „ins Blaue“. Hinzu kommt, dass die Erfolgswahrscheinlichkeit je nach Studiengang und Hochschule erheblich variiert: In den allermeisten Studiengängen sind die Erfolgschancen mit nur einer Studienplatzklage einen Studienplatz zu erhalten gut bis sehr gut. Im Studiengang Psychologie beispielsweise bedarf es allerdings in der Regel mehrerer Verfahren, das heißt man sollte mehrere Universitäten verklagen – und in den Studiengängen Medizin und Zahnmedizin muss man schon relativ viele Unis verklagen, um zumindest realistische Erfolgsaussichten auf einen Studienplatz zu erzielen. Letztlich kann die Frage nach den Erfolgschancen einer Studienplatzklage auch immer nur individuell seriös beantwortet werden. Sprechen Sie uns daher gerne direkt auf Ihr Wunschstudium an! Mehr zu den Erfolgsaussichten.

In welche Studiengänge kann ich mich einklagen?

Mit einer Studienplatzklage kann man sich in tatsächlich jeden Studiengang an einer staatlichen, deutschen Hochschule einklagen, gleich ob es z.B. Medizin, Soziale Arbeit, Psychologie, Architektur oder ein Lehramtsstudium ist. Hierbei ist es egal, ob es sich um einen Studiengang einer Universität, Fachhochschule oder sonstigen Hochschule handelt. Wichtig ist nur, dass man die grundsätzlichen Voraussetzungen für einen Zugang zum Hochschulstudium erfüllt. Das ist in der Regel das Abitur, die Fachhochschulreife oder eine fachgebundene Hochschulreife. Der Zugang zum Master-Studium kann in einigen Fällen an eine Mindestnote aus dem Bachelor-Studium geknüpft sein. Sprechen Sie uns gerne an, sollten Sie den gewünschten Master-Studienplatz alleine wegen einer solchen Hürde nicht erhalten – mitunter lohnt es sich trotzdem, gegen diese Ablehnung vorzugehen. Mehr hierzu.

Was ist ein Quereinstieg?

Als Quereinstieg bezeichnet man eine Studienplatzklage in ein höheres Fachsemester. Dieser Weg hat sich vor allem für Studienplatzkläger in den medizinischen Studiengängen (Humanmedizin und Zahnmedizin) bewährt. Voraussetzung für einen Quereinstieg ist, dass man bereits über anrechenbare Studien- und Prüfungsleistungen verfügt, sodass man tatsächlich in einem höheren Fachsemester beginnen kann. Die für eine Anrechnung erforderlichen Leistungen können entweder aus einem vergleichbaren Studiengang oder dem Studium im Ausland stammen. Mehr hierzu.

Welche Fristen muss man bei einer Studienplatzklage beachten?

Parallel zu den drei Schritten einer Studienplatzklage gibt es auch drei unterschiedliche Fristen, die beachtet werden müssen: Die reguläre Bewerbungsfrist, die Frist zur Einreichung der außerkapazitären Zulassungsanträge (AKAs) und die Frist zur Stellung der Eilanträge. Diese Fristen können leider je nach Bundesland und Studiengang stark variieren. Kontaktieren Sie uns gerne, um die Fristen für Ihr Wunschstudium zu erfragen. Die wichtigsten Fristabläufe liegen am 31. Mai (Bewerbungsfrist für Altabiturienten in medizinischen Studiengängen), 15. Juli (AKA-Frist in den wichtigsten Bundesländern) und am 1. Oktober (erster Fristablauf für die Stellung der gerichtlichen Eilanträge). Mehr hierzu.

Wie viel kostet eine Studienplatzklage?

Die Kosten einer Studienplatzklage setzen sich aus drei Kostenpunkten zusammen: Den eigenen Anwaltskosten, den Gerichtskosten und den Kosten der Gegenseite. Im finanziell günstigsten Fall muss die verklagte Hochschule alle Kosten tragen. Man muss allerdings ehrlich sein: Dieser Fall tritt nur sehr selten ein. Denn auch viele erfolgreiche Studienplatzklagen enden mit einem Zulassungsvergleich: Man erhält den gewünschten Studienplatz endgültig, muss aber das Gerichtsverfahren auf eigene Kosten zurücknehmen. Für eine seriöse Kostenkalkulation empfiehlt es sich daher stets alle drei Kostenpunkte zu berücksichtigen. Die eigenen Anwaltskosten bemessen sich bei uns im Haus bei Studienplatzklagen nach den gesetzlichen Gebühren des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (RVG). Diese Gebühren dürfen wir bei gerichtlichen Verfahren nicht unterschreiten, sie sind also so etwas wie unserer „anwaltlicher Mindestlohn“. Gerichtskosten entstehen automatisch, sobald man ein Gerichtsverfahren beginnt und müssen vom Studienplatzkläger vorgestreckt werden. Als Kosten der Gegenseite fallen vor allem Anwaltsgebühren der Hochschule an, wenn sich diese ebenfalls für das Verfahren einen Rechtsanwalt nimmt. Alle drei Kostenpunkte können leider erheblich variieren, je nach dem in welchem Bundesland geklagt wird, ob zusätzliche Verfahrensschritte nötig sind (z.B. Klage gegen die AKA-Ablehnung) oder ob die Hochschule sich anwaltlich vertreten lässt. Für eine einzelne Studienplatzklage sollte man realistischerweise ca. 730 – 2.500 € einkalkulieren. Bei mehreren Verfahren realisiert sich in der Regel ein Durchschnittswert, der bei Kosten in Höhe von ca. 1.300 – 1.500 € liegt. Für eine Studienplatzklage muss man folglich etwas Geld investieren. Erhält man dann allerdings den gewünschten Studienplatz, dürfte es in aller Regel eine lohnende Investition gewesen sein – nicht zuletzt wegen des hiermit verbundenen früheren Einstiegs in das Berufsleben. Mehr hierzu.

Schulrecht

Kann ich einen Schulplatz an meiner Wunschschule für mein Kind einklagen?

Ja – mit Hilfe einer Schulplatzklage. Grundsätzlich steht den Eltern eines Kindes ein Wahlrecht zu. Sie dürfen als Erziehungsberechtigte entscheiden, welche Schule ihr Kind besuchen soll. Wenn die Schule einen Aufnahmeantrag ablehnen will, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Die Schule muss einerseits ihre Aufnahmekapazität vollständig ausgeschöpft haben. Darüber hinaus muss eine rechtmäßige und nachvollziehbare Auswahl unter allen Bewerbern stattgefunden haben. Bei beiden Schritten geschehen regelmäßig Fehler, die sich mit einer Schulplatzklage aufdecken lassen. Mehr hierzu.

Mein Kind wird nicht in die nächste Klasse versetzt, was kann ich machen?

Versetzungsentscheidungen sind Verwaltungsakte. Hiergegen kann man mit Hilfe eines Widerspruchs und ggf. anschließender Klage vor dem Verwaltungsgericht vorgehen. Bei einer Nichtversetzung ist außerdem Eile geboten, da zwischen der Zeugnisvergabe und dem neuen Schuljahr nur wenige Wochen liegen. Daher lässt sich die Versetzung oft mittels eines gerichtlichen Eilverfahrens erreichen. Mehr hierzu.

Was sind Ordnungsmaßnahmen und wie kann ich mich hiergegen wehren?

Ordnungsmaßnahmen sind Sanktionen, die von der Schule verhängt werden können, wenn eine Schülerin oder ein Schüler Pflichtverletzungen begeht. Wenn z.B. ein Schüler auf der Klassenfahrt mit Alkohol oder beim Rauchen auf der Toilette erwischt wird, kann die Schule eine Ordnungsmaßnahme erlassen. Welche einzelnen Ordnungsmaßnahmen zulässig sind, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Typische Maßnahmen sind der Ausschluss vom Unterricht für mehrere Tage oder die Versetzung in eine Parallelklasse. Anders als die sogenannten „erzieherischen Einwirkungen“ (z.B. eine Ermahnung, Tafelputzdienst etc.) sind Ordnungsmaßnahmen Verwaltungsakte. Das bedeutet, dass gegen sie Widerspruch eingelegt oder Klage erhoben werden kann und dass Ordnungsmaßnahmen schriftlich von der Schule begründet werden müssen. Wichtig ist auch, dass alle Maßnahmen stets am Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu prüfen sind. Die Schule darf sich ihrer nur bedienen, wenn keine mildere, gleich geeignete Maßnahme zur Verfügung steht. Mehr hierzu.

Was kann ich machen, wenn mein Kind nicht an einer Klassenfahrt teilnehmen darf?

Der Ausschluss von einer Klassenfahrt ist in der Regel eine Ordnungsmaßnahme (s.o.), also ein Verwaltungsakt. Dieser lässt sich mit Widerspruch oder Klage vor dem Verwaltungsgericht angreifen. Allerdings dauern diese Verfahren oft zu lang, da häufig nur wenige Tage bis zum Beginn der Klassenfahrt bleiben. In diesen Fällen kann man mit einem Eilantrag die Ordnungsmaßnahme durch das Verwaltungsgericht prüfen lassen. Wenn es ganz dringend ist, erhält man eine Entscheidung schon mal in nur einem Tag.

Ich bin mit einer Schulnote unzufrieden. Welche rechtlichen Möglichkeiten gibt es für mich?

Gegen schlechte und sachlich nicht gerechtfertigte Noten in der Schule kann man vorgehen. Mit welchem Mittel das möglich ist, hängt von der Note ab, die angegriffen wird: Eine einzelne Arbeit oder eine Klausur während eines laufenden Schuljahres kann man nur mit einer „Notenbeschwerde“ angreifen.  Über diese entscheidet der Fachlehrer und wenn er bei seiner Bewertung bleibt, gibt es keine weiteren rechtlichen Möglichkeiten. Spielt die Note allerdings eine Rolle für die Versetzung oder steht sie auf einem Abschlusszeugnis, kann man hiergegen Widerspruch einlegen. Hierbei wird die Note im Zweifel noch von der Schulaufsichtsbehörde geprüft. Inhaltlich handelt es sich immer um eine Prüfungsanfechtung. Mehr zu Schulnoten.

Hochschulrecht

Wie kann ich Prüfungsleistungen von einer anderen Hochschule anrechnen lassen?

Die Anrechnung oder Anerkennung von Studien- und Prüfungsleistungen ist ein heikles Thema. Generell muss man eine Anrechnung stets beantragen. Hierfür gibt es oft Fristen und Formalien, die eingehalten werden müssen und von Hochschule zu Hochschule verschiedene sind. Allerdings hat man nur in sehr seltenen Fällen einen Rechtsanspruch auf eine Anerkennung. Problematisch ist, dass zwischen der erbrachten Leistung und der im Studium eigentlich vorgesehen Prüfung so gut wie kein Unterschied bestehen darf. Das ist äußerst selten der Fall. Anders sieht es aus, wenn Leistungen an einer Partner-Uni erbracht wurden, mit der die eigene Hochschule sogenannte „Äquivalenz-Abkommen“ geschlossen hat. Mehr hierzu.

Wo kann ich mein Studium fortsetzen, wenn ich an einer Hochschule einmal endgültig nicht bestanden habe?

Wer einen Studiengang endgültig nicht bestanden hat, kann genau dieses Studium in ganz Deutschland nicht mehr fortsetzen. Es liegt ein so genanntes „Immatrikulationshindernis“ vor. Allerdings gilt dies nur für genau den identischen Studiengang. In vielen Bundesländern können Studierende nach endgültigem Nichtbestehen oder Verlust des Prüfungsanspruchs in ein sehr ähnliches Studium wechseln (z.B. von „BWL“ zu „Business Administration“). Die Regelungen hierzu sind Ländersache. Auf die konkrete Prüfung oder das konkrete Modul, welches man endgültig nicht bestanden hat, kommt es allerdings nur selten an. Die besten Möglichkeiten bleiben natürlich dann, wenn man das endgültige Nichtbestehen abgewendet bekommt – z.B. mit einer Prüfungsanfechtung. Mehr zum Stdiengangwechsel nach Nichtbestehen.

Ich erhalte nicht das Modul als Wahlpflichtfach, das ich mir gewünscht habe. Kann man dagegen etwas machen?

Wenn an einer Hochschule ein bestimmtes Modul oder ein bestimmtes Wach laut Studien- und Prüfungsordnung als Wahlfach oder Wahlpflichtfach angeboten wird, muss es auch durchgeführt werden. Das gilt natürlich nur, wenn zumindest ein Student es auch gewählt hat. Wenn indes mehr Studenten das Fach gewählt haben, als es der Dozent sich wünscht, haben grundsätzlich alle einen Anspruch auf Teilnahme an der gewünschten Veranstaltung. Einschränkungen der Teilnehmerzahl bedürfen einer zwingenden Rechtfertigung, so z.B. wenn für ein Laborpraktikum nur eine begrenzte Anzahl an Laborplätzen faktisch zur Verfügung steht. Mehr hierzu.

Ist eine Anwesenheitspflicht rechtlich zulässig?

Eine Verpflichtung von Studenten, an Lehrveranstaltungen teilzunehmen, ist nur sehr selten rechtmäßig. In Nordrhein-Westfalen schreibt das Hochschulgesetz ausdrücklich vor, dass dies nur für Exkursionen, Praktika, Sprachkurse oder vergleichbare Veranstaltungen möglich ist – Seminar zählen ausdrücklich nicht dazu. In Baden-Württemberg wurde eine Regelung zur Anwesenheit erst Ende 2017 vom Verwaltungsgerichtshof gekippt, weil sie unverhältnismäßig war – schließlich geht es bei Anwesenheitspflichten immer nur um die körperliche, nicht aber die geistige Anwesenheit. Mehr hierzu.

Darf meine Hochschule die Prüfungsordnung während meines Studiums ändern?

Ja. Es gibt keinen Anspruch, dass man mit der Prüfungsordnung zu enden studieren darf, mit welcher man das Studium begonnen hat. Etwas anderes kann an privaten Hochschulen gelten, wenn eine bestimmte Prüfungsordnung vertraglich festgehalten wurde. Im Übrigen sind Änderungen zulässig. Allerdings muss die Hochschule Übergangsfristen festlegen. Wie lang diese Übergangsfristen bemessen sein müssen, hängt davon ab, wie gravierend die Änderungen sind – in der Regel genügen zwei-drei Semester.

Wissenschaftsrecht

Kann ich einen Ehrendoktor aus dem Ausland in Deutschland führen?

Die Führungsbefugnis von Titeln und akademischen Graden aus dem Ausland ist einheitlich in den Hochschulgesetzen der einzelnen Bundesländer geregelt. Wenn die Hochschule oder Institution aus dem Ausland nach dort geltendem Recht dazu berechtigt ist, akademische Grade oder Hochschultitel zu verleihen, darf ich den dort erworbenen Titel auch in Deutschland führen. Dies gilt dann auch für entsprechende Ehrentitel und Ehrengrade, allerdings nicht für so genannte „Berufsdoktorate“ und gekaufte Titel. Wichtig ist außerdem, dass der Titel nur „in der verliehenen Form“ getragen werden darf – also wörtlich so, wie er im Ausland verliehen wurde. Zudem muss die verleihende Stelle in Klammern angegeben werden; dies ist nur dann nicht erforderlich, wenn der Titel aus der EU stammt. Mehr hierzu.

Was versteht man unter einem Plagiat?

Ein Plagiat ist rechtlich betrachtet ein Täuschungsversuch beim Ablegen einer wissenschaftlichen Arbeit bzw. einer wissenschaftlichen Prüfung. Inhaltlich spricht man von einem Plagiat, wenn in erheblichem Umfang fremdes Gedankengut als eigene Leistung ausgegeben wird – oder umgangssprachlich: Wenn von einer Literaturquelle abgeschrieben wird, ohne die Quelle zu nennen. Gleiches gilt auch dann, wenn der fremde Text umgebaut oder einige Wörter ausgetauscht werden, um die Quelle zu verschleiern. Auch ein „Selbstplagiat“ oder „Eigenplagiat“ ist möglich. Dies liegt dann vor, wenn die „fremde Quelle“ ein eigner, früher schon einmal veröffentlichter Text des Autors selbst ist. Mehr hierzu.

Mein Professorentitel soll mir aberkannt werden. Was kann ich hiergegen unternehmen?

Die Aberkennung oder Entziehung eines Doktorgrades oder Professorentitels kann nur von der Hochschule erfolgen, die den Titel auch verliehen hat. Etwas anderes ist es, wenn man von staatlichen Behörden das Verbot erhält, einen Titel weiter zu führen (siehe hierzu hier). Die klassische Aberkennung eines Titels ist ein Verwaltungsakt, gegen den man mit Widerspruch oder Klage vor dem Verwaltungsgericht vorgehen kann. Der Hochschule können beim Entzugsverfahren leicht Verfahrensfehler unterlaufen, aufgrund derer die Aberkennung mit Erfolg rechtlich angegriffen werden kann. Mehr hierzu.

Mir wird wissenschaftliches Fehlverhalten vorgeworfen. Wie soll ich mich verhalten?

Der Vorwurf wissenschaftlichen Fehlverhaltens ist stets ernst zu nehmen. Denn aufgrund dieses Vergehens kann eine Hochschule Titel und akademische Grade im Nachgang wieder entziehen. Selbst dann, wenn das vorgeworfene Fehlverhalten gar nicht im Zusammenhang mit der eigenen Doktorarbeit zu tun hat. Soweit der Vorwurf unberechtigt ist, empfiehlt es sich daher, rechtliche hiergegen vorzugehen – sprechen Sie uns gerne hierzu an. Mehr hierzu.

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