NICHTVERSETZUNG

Die Nichtversetzung in die nächste Jahrgangsstufe – rechtliche Möglichkeiten beim „Sitzenbleiben“

Wenn Ihr Kind nicht in die nächste Klasse versetzt wird, ist guter Rat gefragt. Abgesehen von dem „Makel des Sitzenbleibers“ ist die Wiederholung einer Jahrgangsstufe für viele Kinder bereits deshalb nicht leicht, weil sie von ihren bisherigen Klassenkameraden und Freunden getrennt werden. Wer sich gegen das Zeugnis, das die Nichtversetzung verursacht hat, zur Wehr setzen möchte, sollte rasch handeln. Das neue Schuljahr ist oft nur wenige Wochen entfernt, so dass nicht viel Zeit für ein rechtliches Vorgehen bleibt.

 

Inhaltliche Anknüpfungspunkte: Das Zeugnis

Inhaltlich entspricht das Vorgehen gegen die Nichtversetzungsentscheidung einer Prüfungsanfechtung. Die Noten der Fächer, die letztlich zur Nichtversetzung geführt haben, werden rechtlich überprüft. Besonderes Gewicht kommt hierbei oft der „sonstigen Mitarbeit“ zu, da die Fachlehrer auch diese Leistung nachvollziehbar bewerten und die Bewertung begründen müssen.

 

Formales Vorgehen Widerspruch und Eilverfahren

In formeller Hinsicht muss man das Zeugnis als den zugrunde liegenden Verwaltungsakt rechtlich angreifen. Ein Verwaltungsakt in Schulsachen wird in der Regel mit einem Widerspruch angegriffen. In diesem Rahmen erhält man umfangreich Akteneinsicht und die betroffenen Lehrer müssen ihre Bewertung darlegen und begründen. Damit der Auftakt zum neuen Schuljahr nicht verpasst wird, bedarf es in der Regel eines zusätzlichen Verfahrens, eines gerichtlichen Eilantrags. Ziel dieses Eilantrags ist zumindest die vorläufige Versetzung in die nächste Klasse. Wenn man dieses Zwischenziel erreicht hat, geschieht es häufig, dass die zunächst vorläufige Versetzungsentscheidung durch die Schule in eine endgültige Versetzung umgewandelt wird – und Ihr Kind bleibt im gewohnten Klassenverbund und sozialen Umfeld!