Das Sächsische Oberverwaltungsgericht hat in zweiter Instanz der Klage eines Studierenden stattgegeben, der sich gegen seine Exmatrikulation wandte (Az.: 2 A 1005/18). Der Kläger hatte in seinem Studiengang alle erforderlichen Leistungsnachweise abgelegt und bislang einmal – erfolglos – versucht, die Staatsprüfung abzulegen. Da für den Wiederholungsversuch der Prüfung keine Fristen vorgesehen waren, ließ der Kläger sich hiermit mehrere Jahre Zeit und blieb derweil an der beklagten Universität immatrikuliert. Da in Sachsen eine Exmatrikulation möglich ist, wenn ein Studierender innerhalb von vier Semestern keinen nach der Prüfungsordnung erforderlichen Leistungsnachweis erbracht hat, exmatrikulierte die Universität den Kläger. Das Verwaltungsgericht und ihm folgend das OVG hoben die Exmatrikulation auf, da der Student bereits alle Leistungsnachweise erbracht hatte – die Exmatrikulationsmöglichkeit sanktioniere das Nichtbetreiben des Studiums, nicht aber das Hinauszögern der (Wiederholungs-)Prüfung nach Erbringung sämtlicher Leistungsnachweise.