ABLAUF EINER STUDIENPLATZKLAGE

Die einzelnen Schritte einer Studienplatzklage

Die einzelnen Maßnahmen einer Studienplatzklage lassen sich gut in drei Schritte unterteilen. Zuerst erfolgt die reguläre Bewerbung um den gewünschten Studienplatz. Hierauf folgt ein zusätzlicher Antrag auf Zuteilung eines Platzes außerhalb der berechneten Kapazität der Hochschule (ein so genannter „AKA“). Der dritte Schritt stellt dann die „eigentliche“ Studienplatzklage dar: Der verwaltungsgerichtliche Eilantrag auf Zuteilung eines vorläufigen Studienplatzes. Aber nun der Reihe nach:

Die reguläre Bewerbung – der erste Schritt

Die reguläre Bewerbung um den gewünschten Studienplatz stellt den ersten Schritt auf dem Weg einer Studienplatzklage dar. Auch wenn die Bewerbung nicht in allen Bundesländern zwingende Voraussetzung für die Studienplatzklage ist, empfiehlt sie sich allemal. Gerade bei den medizinischen Studiengängen und dem zentralen Bewerbungsverfahren über hochschulstart.de sollte man darauf achten, an welchen Universitäten man sich bewirbt – möglicherweise beraubt man sich bereits einiger Chancen, wenn man gewisse Universitäten außen vor lässt. Für Studienplatzkläger in die Studiengänge Medizin oder Zahnmedizin ist die Absprache der regulären Bewerbung mit einem fachkundigen Berater unbedingt zu empfehlen. Sprechen Sie uns gerne hierzu an, wir teilen Ihnen mit, worauf bei der Bewerbung über hochschulstart.de zu achten ist.

Der zweite Schritt – der AKA

Als zweiten Schritt stellen wir für Sie einen zusätzlichen Antrag bei der Hochschule. Mit diesem Antrag wird die Zuteilung eines zusätzlichen, außerkapazitären Studienplatzes beantragt. Man spricht von einem „Außerkapazitären Antrag“ oder kurz: AKA. Hierzu gehört auch eine eidesstattliche Versicherung, dass man in dem gewünschten Studiengang in Deutschland noch nie einen Studienplatz zugewiesen bekommen hat. Zu dem AKA muss man zwei Dinge wissen: Zum einen ist er eine zwingende, formale Voraussetzung, um tatsächlich mithilfe einer Studienplatzklage einen Platz zu erhalten. Vergisst man den AKA, macht Formfehler oder verpasst die hierfür geltenden Fristen, so verliert man das gerichtliche Verfahren alleinedeshalb. Auf der anderen Seite sollte man nicht erwarten, dass man bereits aufgrund des AKAs einen Studienplatz erhält. Dies geschieht nur höchst selten und wenn, dann auch nur in sehr kleinen, wenig nachgefragten Studiengängen.

 

Das gerichtliche Eilverfahren – der dritte Schritt

Der dritte Schritt ist der entscheidende: Wir stellen einen Eilantrag beim örtlich zuständigen Verwaltungsgericht. Mit Einleitung der gerichtlichen Verfahren beginnt die Phase, in welcher die Kapazitätsberechnung der Hochschule tatsächlich überprüft wird. Der Eilantrag ist in der Sache zunächst auf einen vorläufigen Studienplatz gerichtet. Das bedeutet, dass man bei einer positiven Entscheidung durch das Gericht zunächst „nur“ einen vorläufigen Studienplatz erhält. Allerdings dürfen wir Sie beruhigen: In den allermeisten Fällen wird aus dem vorläufigen Studienplatz auch ein endgültiger: In aller Regel wandelt die unterlegene Hochschule den Platz in einen endgültigen Studienplatz um – wenn man sich nicht direkt im Vergleichswege mit der Universität oder Fachhochschule auf einen endgültigen Platz geeinigt hat.

 

Ein seltener, vierter Schritt – die zusätzliche Klage vor dem Verwaltungsgericht

Selten ist ein zusätzlicher, vierter Schritt erforderlich. Im Regelfall passiert auf den von uns gestellten Antrag auf außerkapazitäre Zulassung schlichtweg gar nichts. Sollte jedoch die Hochschule auf den AKA reagieren, geschieht dies in 99 von 100 Fällen negativ: Sie lehnt den Antrag auf einen zusätzlichen Studienplatz ab. Dies geschieht durch einen förmlichen Ablehnungsbescheid – und gegen diesen Ablehnungsbescheid müssen rechtliche Schritte eingeleitet werden, sonst verliert man das gerichtliche Eilverfahren (Schritt 3) alleine deswegen. Im Regelfall muss hiergegen Klage erhoben werden mit der Folge, dass nun zwei Gerichtsverfahren gegen die gleiche Hochschule parallel laufen: Das gerichtliche Eilverfahren auf Zuteilung eines vorläufigen Studienplatzes und das gerichtliche Klageverfahren gegen die AKA-Ablehnung auf Zuteilung eines endgültigen Studienplatzes. Die Musik spielt allerdings weiterhin im gerichtlichen Eilverfahren. Nur wenige Hochschulen reagieren allerdings ablehnend auf den AKA. In den meisten Fällen geschieht gar nichts und es bleibt bei den benannten drei Schritten.

 

Häufiges Ende: Der Zulassungsvergleich

In vielen Fällen endet die Studienplatzklage gar nicht mit einer gerichtlichen Entscheidung. Da die Gerichtsverfahren für die betroffenen Hochschulen einen ganz erheblichen Aufwand bedeuten, scheuen viele Universitäten und Fachhochschulen die Auseinandersetzung bis ins letzte Detail ihrer Kapazitätsberechnung. In diesen – und auch in anderen – Fällen kommt es zu einem „Zulassungsvergleich“: Der Studienplatzkläger erhält den gewünschten Studienplatz, wenn er das Gerichtsverfahren auf eigene Kosten zurücknimmt. In Studiengängen mit vielen Studienplatzklägern (Humanmedizin, Zahnmedizin, zum Teil auch Psychologie) wird der Vergleich in leicht abgewandelter Form geschlossen, da die Uni nicht für alle Kläger Plätze zur Verfügung stellen kann. In diesen Fällen wird eine bestimmte Anzahl zusätzlicher Plätze, die in der Regel die berechnete Kapazität deutlich übersteigt, unter allen Studienplatzklägern verlost. Der Vorteil an einem Zulassungsvergleich ist daher nicht nur, dass man sofort einen endgültigen Studienplatz erhält, sondern dass man im Vergleichswege auch an Plätze herankommt, die man mit einer Entscheidung durch das Gericht aller Voraussicht nach nicht bekommen hätte.

Haben Sie noch weitere Fragen zum Ablauf und den Besonderheiten einer Studienplatzklage? Rufen Sie uns einfach an – die telefonische Erstberatung zum Thema Studienplatzklagen ist für Sie kostenfrei!

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