Umstellung von G8 auf G9 in der Kritik

In Nordrhein-Westfalen beginnt ab diesem Schuljahr die Rückkehr von G8 zu G9. Das bedeutet, dass Schüler am Gymnasium ihr Abitur nach Abschluss der Jahrgangsstufe 13 erhalten. Dieser Schritt, der allgemein als eine Entlastung der Schüler wahrgenommen wird, stößt indes auf Kritik: In einem aktuellen Interview mit SPIEGEL online erläutert Bildungsforscher Olaf Köller, warum dieser Schritt aus seiner Sicht ein Schritt in die falsche Richtung ist. Das lesenswerte Interview finden Sie hier.

Entlassung aus der Schule abgewendet

Ein Schüler in der Oberstufe eines Gymnasiums in Bergneustadt war in eine körperliche Auseinandersetzung mit einem Mitschüler geraten. Die Schule verfügte daher als Ordnungsmaßnahme die Entlassung von der Schule. Die Eltern des Schülers wandten sich an Herrn Rechtsanwalt Dr. Verenkotte, der gegen diese Entscheidung Widerspruch einlegte. Da die Schule jedoch die sofortige Vollziehung angeordnet hatte, musste zeitgleich ein gerichtliches Eilverfahren eingeleitet werden. Durch Beschluss des Verwaltungsgerichts Köln wurde festgestellt, dass die Ordnungsmaßnahme der Schule rechtswidrig sein dürfte. Maßgeblich hierfür war insbesondere, dass der Mandant bislang niemals negativ aufgefallen war und dies sein erstes Vergehen dieser Art war.

Rechtswidrige Ordnungsmaßnahme aufgehoben

Herr RA Dr. Verenkotte wandte sich für ein Elternpaar gegen eine Ordnungsmaßnahme, die gegen ihren Sohn verhängt worden war. Eine Kölner Schule hatte dem Sohn aufgegeben, ein Stundentagebuch zu führen und pro Klausurtermin, welchen er in Zukunft krankheitsbedingt verpassen sollte, vier Sozialstunden in Form von Hausmeisterarbeit abzuleisten. Diese Maßnahme war offensichtlich aus mehreren Gründen rechtswidrig: Zunächst sieht das Schulgesetz in Nordrhein-Westfalen keine Ordnungsmaßnahmen in Form von „Stundentagebüchern“ oder „Sozialstunden“ vor. Darüber hinaus dürfen Ordnungsmaßnahmen nur verhängt werden, wenn eine Schülerin oder ein Schüler ein Fehlverhalten begangen hat. Im vorliegenden Fall war der Mandant jedoch lediglich häufig krank und deswegen nicht in der Schule. Durch Intervention von Herrn Dr. Verenkotte wurde die Maßnahme kurzfristig zurückgenommen.