ABERKENNUNG VON TITELN

Die Aberkennung von Titeln und akademischen Graden – welche Möglichkeiten bestehen beim Titelentzug

Wer aufgrund von wissenschaftlichen Fehlverhaltens oder aufgrund eines Plagiats seinen Doktorgrad oder seinen Hochschultitel aberkannt bekommen soll, sieht sich in der Regel einem belastenden, langwierigen Verfahren ausgesetzt. Verfahrensvorschriften über den konkreten Ablauf eines Titelentzugs stammen in aller Regel aus den Satzungen der Hochschule, die einem den Titel oder akademischen Grad auch verliehen hat. Eine gänzlich andere Situation liegt indes vor, wenn man von einer staatlichen Behörde in Deutschland untersagt bekommt, einen Titel oder akademischen Grad aus dem Ausland weiter zu führen. Lesen Sie zu dieser Problematik hier mehr.

 

Zuständigkeit für die Aberkennung

Einen Titel wieder entziehen oder einen akademischen Grad aberkennen kann stets nur die Hochschule oder Institution, die den Grad oder Titel auch verliehen hat. Zu dem Verfahren finden sich sehr häufig Regelungen in der entsprechen Promotions- oder Habilitationsordnung. Aber auch wenn von der Hochschule selbst keine expliziten Vorschriften zum Titelentzug geregelt sind, kann sie sich den Regeln des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVfG) bedienen. Hiernach kann im Falle einer Entziehung des Doktorgrades wegen Täuschung auch ohne eigenständige Regelung vorgegangen werden (§ 48 VwVfG, Rücknahme eines rechtswidrigen Verwaltungsakts). Kritisch ist in diesem Zusammenhang zu sehen, dass es in aller Regel keineVorschriften dazu gibt, wie und unter Zuhilfenahme welcher Mittel ein Entzugsverfahren eingeleitet werden darf. Falls Sie befürchten, dass ein Verfahren zur Aberkennung Ihres akademischen Grades angestrengt wird, kontaktieren Sie uns gerne – wir helfen Ihnen, bereits im Vorfeld eines derartigen Verfahrens keine Fehler zu begehen.

 

Rechtliche Möglichkeiten

Wenn die Aberkennung des akademischen Grades oder ein Titelentzug drohen, gibt es mehrere Ansatzpunkte, sich hiergegen rechtlich zur Wehr zu setzen. Zum einen sind die vorbezeichneten Verfahrensvorschriften oft relativ komplex. Geschehen allerdings im Rahmen des Verfahrens zur Entziehung eines Titels Fehler, führen diese in aller Regel zur Rechtswidrigkeit der darauf folgenden Entscheidung über die Aberkennung. Darüber hinaus sind die allermeisten Entscheidungen über den Entzug oder die Aberkennung eines Doktorgrades oder sonstigen Titels Ermessensentscheidungen. Das bedeutet, dass von Seiten der Hochschule Ermessen dahingehend ausgeübt werden muss, ob die Aberkennung im konkreten Fall unter Berücksichtigung aller Umstände tatsächlich noch verhältnismäßig ist. Auch hier geschehen nicht selten Fehler.